Methoden der Forderungseintreibung

Wie schon bei der Rechnungslegung erwähnt, sollte man Rechnungen in kurzen Abständen legen und möglichst schon im Vertrag das Legen von Teilrechnungen vereinbart haben.

Zusätzlich sollte man aber die Zahlungsmodalitäten im Rahmen des Möglichen - der Vertragspartner wird vielleicht nicht allen Bedingungen zustimmen wollen - so gestalten, dass sie für die Eintreibung von Forderungen günstig sind. Außenstände sollten so gering und kurzfristig gehalten werden, wie möglich.

Fälligkeiten / Zahlungsziele definieren

Wenn der Vertragspartner weiß, wann eine Rechnung zur Zahlung fällig ist, wird er sie möglicherweise gleich mit Erhalt in sein Online Banking System eingeben. Die Zahlung wird dann am angegebenen Tag durchgeführt. Positiv für den Kunden ist, dass die Angelegenheit damit erledigt ist für ihn. Positiv für den Zahlungsempfänger ist, dass er die Zahlung fristgerecht bekommen wird.

Daher ist es sinnvoll, ein Zahlungsziel in Tagen genau vorzugeben, beispielsweise binnen 14 Tagen ab Rechnungsdatum. Das Rechnungsdatum ist für beide Seiten leicht feststellbar. Hingegen wäre ein Zahlungsziel "ab Erhalt" für den Aussteller der Rechnung schwer nachzuprüfen. Damit kann man sich auch schwer den Termin für eine Zahlungserinnerung kalendieren.


Inkasso Rechtsanwalt Wien

Rechtsanwalt Inkasso
Mag. Balazs Esztegar LL.M.
Rechtsanwalt in Wien
berät Sie beim Aufbau einer effizienten Forderungseintreibung und bei der Organisation des betrieblichen Mahnwesens geht.

Tel: +43 1 997 4102
Mail: office(a)esztegar.at
Web: www.esztegar.at

Tipps & Tricks

  • klare Fälligkeiten vorgeben
  • kurze Zahlungsziele definieren
  • Anreize für Frühzahler schaffen
  • Verzugszinsen berechnen
  • Mahnkosten berechnen
  • terminisiert mahnen

Zahlungsmodalitäten

Werbung

Zahlungsziele sind so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu wählen. Branchenübliche Zahlungsmodalitäten sollte man jedoch beachten, ebenso die Höhe der Rechnungsbeträge. 14 bis 30 Tage sind im Regelfall für jedes Unternehmen ausreichend.

Bei der Definition von Zahlungszielen ist seit 01.03.2013 auf die Änderungen durch das Zahlungsverzugsgesetz Bedacht zu nehmen. Diese behandeln die Durchführungsdauer von Überweisungen für Konsumenten und Unternehmer unterschiedlich. Während nach der Grundregel die Zahlung am letzten Tag der Fälligkeit einlangen muss, haben Verbraucher gegenüber Unternehmern auch dann rechtzeitig gezahlt, wenn die Zahlung mittels Überweisung am letzten Tag der Frist in Auftrag gegeben wurde.

Anreize zur schnellen Zahlung bieten

In der Praxis ein beliebtes Mittel, um Kunden zur raschen Bezahlung von Rechnungen zu bewegen, ist die Gewährung eines Skontos. In so einem Fall wird ein Zahlungsziel definiert und bei Unterschreiten dieses Zahlungsziels ein Nachlass auf den Rechnungsbetrag gewährt, den sich der Kunde selbst bei der Zahlung abziehen kann. Skonti bewegen sich üblicherweise im Bereich zwischen 2% und 5% des Rechnungsbetrages.

Fristgerecht mahnen

Sollte der Vertragspartner nach Fälligkeit nicht zahlen, sollte man ihn an seine Verpflichtung erinnern. Eine gesetzliche Mahnpflicht gibt es in Österreich jedoch nicht. Es ist dennoch wichtig, dass nach Ablauf des Zahlungsziels (möglicherweise mit einem geringen Puffer von 2-4 Tagen) eine schriftliche Zahlungserinnerung an den Vertragspartner ergeht. Diese sollte zunächst freundlich formuliert sein, es könnte ja sein, dass man tatsächlich bloß vergessen hat, die Rechnung zu bezahlen. In der Zahlungserinnern muss eine - kürzere - Frist gesetzt werden.

Verstreicht auch diese Frist, sollte man ein Mahnschreiben versenden. Hier kann der Ton schon fordernder sein, Verzugszinsen und Klagsschritte können angedroht werden. Auch hier soll die Frist nicht lang bemessen sein.

Mahnkosten und Verzugszinsen

Um Kosten für Mahnschreiben zu verrechnen, müssen diese folglich vertraglich vereinbart worden sein. Ebenso müssen Verzugszinsen vereinbart worden sein, wenn sie höher sein sollen, als der gesetzliche Zinssatz. Seit dem Inkrafttreten des Zahlungsverzugsgesetzes jedoch bedürfen höhere als die gesetzlichen Zinsen einer sachlichen Rechtfertigung, da sie sonst nichtige Vertragsbestandteile darstellen können.

Werbung